Ein Paar zieht zusammen in ein neues Zuhause.

Wie wird aus ... "hab´ ich auch!"       EIN interessanter Style?

Was sich so ansammelt

Es kann sich ganz schön viel ansammeln im Laufe der Zeit, ... wobei die Menge viel weniger am Lebensalter der Person, als an ihrem Naturell festgemacht werden kann. Für manche Menschen entsteht ein Gefühl der Sicherheit, wenn sie erst einmal nichts wegwerfen ... man könnte es ja noch einmal gebrauchen (vorausgesetzt man erinnert sich in einem solchen "konkreten" Fall noch daran, dass man einen entsprechenden Gegenstand überhaupt besitzt). Das Gegenstück stellen die Menschen dar, die immer mit quasi leichtem Gepäck unterwegs sind und ihr Herz nicht bevorzugt an Gegenstände hängen, sondern mehr an Menschen und Erlebnisse. Haben zwei so unterschiedliche Menschen den Entschluss gefasst, zusammen zu ziehen und zukünftig gemeinsam zu leben, stellt das für beide eine Nervenprobe dar. Aber auch für die, die nicht so sehr dem jeweiligen Extremtyp entsprechen, ist es nicht einfach, das Alte loszulassen und nur die Dinge auszuwählen, die im neuen Leben auch einen Platz und Stellenwert bekommen sollen.

Wonach sucht man aus? Sind es der Erinnerungswert, das Gewicht und die Größe der Gegenstände oder ihr vermuteter materieller Wert? Ist es das Alter und der Abnutzungsgrad ... oder vielleicht die Farben und Formen? Und schließlich stellt sich auch die Frage: Wieviel Platz steht im neuen Zuhause überhaupt zur Verfügung, vergrößert oder verkleinert sich Gesamtfläche bzw. wie sieht der Grundschnitt aus.

 

Was überhaupt "geht"

Ein Umzug ist eine wunderbare Gelegenheit, "Angestautes" loszulassen, Stücke weiter zu geben, manches seinem wohlverdienten Ende zu überlassen und die Dinge zu identifizieren, die Potenzial für das neue gemeinsame Zuhause haben.

 

Eine erste Kategorisierung in diese drei Gruppen sollte jeder für sich machen: kann bleiben, muss bleiben, muss weg. Die letzte Kategorie ist einfach ... bei den anderen beiden muss nachgearbeitet werden: handelt es sich um Gegenstände, die in Schränken "verschwinden" können, dann sind sie für die Entwicklung des neuen Wohnstils unbedeutend. Die Gegenstände, die bleiben sollen bzw. müssen und NICHT in Schränken aufbewahrt werden können, die sollte jeder für sich auf eine Liste setzen, die idealerweise mit Polaroids versehen ist (im Notfall tun es auch ausgedruckte Bilder). Wichtig ist, dass man die Gegenstände jederzeit sehen kann (also auch nebeneinander) und dass Sie sie noch mit Maßangaben versehen.

Diese Vorarbeit sollte jeder für sich und ohne den zukünftigen Wohnpartner tun, denn es ist auch eine Arbeit, die sich mit dem Auswerten der Vergangenheit beschäftigt und nicht zuletzt deshalb fällt es vielen Menschen schwer, diese Art von Bilanz zu erstellen. Wenn Sie sich diesem Check-up nicht gewachsen fühlen, dann holen Sie sich lieber Unterstützung von einer Person, die die Sache so neutral wie möglich einschätzen kann und vor allem durch gezielte Fragen hilft, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Was Feeling bringt

Bevor Sie als zukünftige Wohnpartner darüber sprechen, wessen Tisch und wessen Schrank wohin gestellt werden soll, halten Sie bitte einen Moment inne. Damit es wirklich ein schönes neues Zuhause wird, sollten Sie ein wenig Zeit darauf verwenden, heraus zu finden, was es ist, das Ihnen gemeinsam Wohlbefinden bereitet. Die Suche danach kann man damit beginnen, sich zu überlegen, was Ihr gemeinsames Lieblingsrestaurant ausmacht oder einen Ort, an dem Sie sich gerne gemeinsam aufhalten. Die Suche nach dem, was die jeweilige Atmosphäre ausmacht, geht sehr weit, schliesst sogar Düfte und Lichtverhältnisse ein. Widerstehen Sie dem Drang, Möbelstücke zu definieren, die Sie sich so oder ähnlich anschaffen wollen. Es geht mehr darum, was solche Gegenstände in Ihnen auslösen und wodurch Sie das tun (Farbe, Oberfläche, Größe, Material, Erinnerungen etc.). Während sich so allmählich herauskristallisiert, wie eine Atmosphäre sein muss, damit sie beide begeistert sind, lässt sich parallel auch das ermitteln, was sie "herunter ziehen" würde.
Moderne Wohnstile erlauben heute nahezu jedes Mix unter einer Voraussetzung: es geht nicht um Pipi Langstrumpfs Villa Kunterbunt! Um eine gute Wohnatmosphäre entstehen zu lassen, ist es unbedingt notwendig, sich auf zwei bis drei Grundlinien festzulegen, an denen entlang dann alle Einrichtungs- u. Dekorationsfragen festgemacht werden. Das können Farben sein, Materialien oder Formen. Und so können Sie Ihre "alten Sachen" integrieren - oder ins Lager verbannen - ohne, dass es gleich Ärger gibt.