imm 2019

Möbelschmelz. Wenn nicht rund, ... dann wenigstens gerundet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Internationale Möbel- und

Einrichtungsmesse imm Cologne

ist ein wichtiger Auftakt im

Jahreskalender für alle Interior

Begeisterten. Die Grenzen, wer sich hierzu

zählen darf, werden fliessender; nicht

umsonst öffnet sich die Fachmesse

zum Ende hin auch privaten Enthusiasten.

 

Das Angebot ist reich. Und gleich-

zeitig merkwürdig überschaubar.

Wer sich ein wenig mit modernen Einrichtungstrends auskennt, stellt beim Besuch der diesjährigen imm bald fest, dass sich selbst auf den Messeständen der Aussteller, die ganz unterschiedlich rubrizieren, so viele Ähnlichkeiten und Wiederholungen ergeben, wie selten zuvor. Eine Entwicklung, die sich bereits im Vorjahr anbahnte, hat offenbar mittlerweile auch die Anbieter erreicht, die bisher noch in der Gefahr waren, Individuelles und "Abtrünniges" anzubieten.

 

Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil liegt sicher darin, dass sich geschmacklich weniger Mutige leichter an einem Mainstream-Angebot orientieren können: was so Viele machen, kann nicht falsch sein. Der Nachteil ist eindeutig darin zu sehen, dass es an wirklich originellen und solitären bzw. trendweisenden Angeboten mangelt. Daraus ergibt sich fast zwangsläufig eine Verstärkung - man könnte es auch als notwendige Voraussetzung betrachten - des potenziellen Angebotes, das "on demand" - also auf individuellen Wunsch, sozusagen maßgeschneidert, hergestellt werden kann.

Das, was wir in unsere persönliche Wohlfühlumgebung hereinlassen sollen und dürfen, sucht themenübergreifend nach Kontakt zu organischen Formen, zur Natur und lässt auch wieder die ersten Zimmerpflanzen - wenn sie denn möglichst NUR grün sind - herein.

Es gibt keine XXL-Sofas mehr, Sitzgelegenheiten sind entweder bequeme oder zumindest bequem aussehende Solitäre oder Sofas, die eher Zweisitzer sind. Leicht gerundete, keine eckigen Formen, anschmiegsam, auch die Bezüge. Der Nestcharakter, den solche Sitzgelegenheiten ausstrahlen, der soll denjenigen, der darin - weniger darauf - Platz nimmt, auch eher umfassen und versinken lassen. Beim simulierten Wohnszenario "Das Haus" führt das beispielsweise zu einem Drahtgestell-Sessel, auf dem eine Fülle von einzelnen Kissen angegurtet ist - jederzeit veränderbar und ein wenig wohl auch für Veränderungen plädierend.

Weich und knuffig soll alles sein, denn das Leben "da draußen" ist es nicht. Alles muss sich gut anfühlen, nicht aufdringlich sein und uns jederzeit eine hohe Flexibilität erlauben. Weniger ... ist mehr.


Möbelbeine sind ein wichtiges Stilelement, das zu allen Epochen gezielt eingesetzt wurde, um einer bestimmten Geisteshaltung bzw. Stimmung Ausdruck zu verleihen. Das ist deshalb erwähnenswert, weil sich hier nun etwas durchsetzt, was weder hochglänzend, noch eckig ist: Leichtfüßigkeit und wenn möglich, dann bitte auch noch gebogen, verschlungen oder in Schleifen ausgeführt. Wer hätte gedacht, dass der Eisdielenstil der 50ties/60ties noch einmal derart auftrumpfen kann?! Er tut es und selbst im Hochpreissegment scheint man ihn hereinzubitten. Rundrohr hat gewonnen.

Haben Sie noch eine schüchterne Leuchte über dem Esstisch? Hinfort damit, ganze Gruppen möchten stattdessen bei Ihnen einziehen. Sie kommen auf Stangen - hängend oder stehend montiert - und wirken zusammen oft so, als hätten sie auch noch eine eigene Botschaft mitgebracht.

Eine neue Form der Opulenz macht sich da breit und selbst, wenn es sich um eine einzelne Leuchte handelt, dann ist diese harmonisch, natürlich wirkend und vor allem eins: GROSS.


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